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Katakomben in Klatovy

Jezuiten und Klatovy

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Jesuiten und Klattau

Das offizielle Datum der Ankunft des Jesuitenordens in Klattau ist der 11. März 1636. Damals kamen in die Stadt der Gehilfe des Jesuitenprovinzials Pater Martin Stredonius und seine zwei Gefährten Jan Molitor und Jiří Aquitan.

Ihrer Ankunft ging erfolgreiche Tätigkeit des Predigers und Missionars Pater Vojtěch Chanovský voraus - er wirkte in diesem Gebiet seit etwa 1621. Seine Mission unterstützten besonders Přibík Jeníšek von Újezd, der mächtige königliche Unterkammerdiener der Zeit nach der Schlacht auf dem Weißen Berg, und auch der höchste königliche Richter Jindřich Libštejnský von Kolowrat. Von P. Chanovský angeregt schrieben bedeutende Adelsgeschlechter aus der Umgebung Klattaus eine Bitte an den Jesuitenprovinzial, möge der Jesuitenorden seine Niederlassung hier gründen und Schulen und Kirchen erbauen.

Auf diese Weise begann der bei den Jesuiten übliche Vorgang: zuerst Mission, danach Residenz und nachher auch Kollegium, Kirche und Schulen.

jhsDen Bau der Jesuitenresidenz (1636) ermöglichte Martin Hoef Huerta, der den Jesuiten zwei sogenannte Korálek-Häuser (er gewann sie vorher als beschlagnahmtes Eigentum) samt Wirtschaftsgebäuden und Feldern in der nächsten Umgebung Klattaus schenkte. Die Entwicklung des Jesuitenkomplexes förderte auch Kaiser Ferdinand III., der noch in demselben Jahr den klattauer Bürgermeister und den Stadtrat ermahnte, sie sollen den Jesuiten in ihrer Tätigkeit entgegenkommen.

Den für das Kolleg geeigneten Platz überlegten sich die Jesuiten schon im Jahre 1637 und fingen ihre Verhandlungen (P. Chanovský) an. Ihren Anforderungen entsprach der südwestliche Stadtteil, in dem sich etwa 12 verbrannte und nicht wieder erbaute Häuser befanden (nach dem Brand vom 12. Mai 1579). Bedeutende Unterstützung erwiesen der Gesellschaft Jesu Adam Jiří Bořita von Martinic und seine Schwester Lucie Otilie verheiratete Gräfin Kolowrat, die 1651 dem Jesuitenorden 50 000 Gulden vererbte. Bedeutende Spender für die klattauer Jesuiten waren auch Dechan Pater Marek Saller aus Blatná oder Václav Herolt aus Komburk.

Im Jahre 1642 wurde das Kollegium gegründet, damals befand es sich wahrscheinlich in den Korálek-Häusern. Als erster Rektor wirkte hier der bisherige Residenzsuperior Pater Andrea Stredonius. Anfang der 50-er Jahre des 17. Jahrhunderts konnten die Jesuiten schon beginnen, konkrete Baupläne für Kollegium, Kirche und Schule vorzubereiten. Es gelang ihnen nämlich allmählich, weitere Häuser für die notwendige Bauentwicklung zu gewinnen. Seit 1653 wirkte Pater Theodor Moretus als Rektor - er hatte praktische Erfahrungen vom Jesuitenarealbau in Březnice. Er änderte die bisherigen Vorstellungen und Pläne, entschied wahrscheinlich über die heutige Lage der Jesuitenkirche, die vom Gesichtspunkt der Ost-West-Achse untraditionell orientiert ist, und er entschied noch über Dispositionen anderer Gebäude.

Der Grundstein zum Bau des neuen Jesuitenkollegiums (No. 59) wurde am 13. April 1655 gelegt, "Rektor P. Moretus begann nach seiner Zeichnung" zu bauen und noch in demselben Jahr machte er mit dem Bau bedeutende Fortschritte. Die Jesuiten kauften noch weitere Häuser und am 24. April 1656, am Heiligen-Georgstag, begann der Bau der Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria und des hl. Ignatius von Loyola. Die Projektidee für den Jesuitenkomplex stammte von P. Moretus. Pläne für den Kirchenbau schuf wahrscheinlich Carlo Lurago, dessen Aufenthalt in Klattau im Jahre 1655 nachgewiesen ist. Den Kirchenbau mag anfangs Dominic Orsi geleitet haben.

Eintragungen über den Verlauf weiterer Bauarbeiten im Jesuitenkomplex sind karg, trotzdem gibt es eine Angabe vom Jahr 1660: das Schulgebäude wurde beendet, der Preis betrug 10 000 Gulden, und eine Angabe vom Jahr 1666: Rektor P. Václav Schwerther rief einen neuen Kirchenbaumeister aus Prag - es war wieder Dominic Orsi.

Orsi sollte den bisherigen Baumeister ersetzen, der dieser Aufgabe nicht gewachsen war. Nach dem Vertrag vom 13. Februar 1666 sollte D. Orsi den bereits angefangenen Kirchenbau für 8 450 Gulden beenden. Der Kirchenbau zog sich jedoch wegen Geldmangel hin, und deshalb erreichte er das Dachniveau und die Türme wurden überdacht erst im Jahre 1671. In den kommenden Jahren schritt der Bau so weit fort, dass am 31. Juli 1675, dem Heiligen-Ignatius- von- Loyola-Tag, die Kirche eingeweiht werden konnte. Der Kirchenbetrieb war hier jedoch nur provisorisch, weitere Bauarbeiten setzten bis 1679 fort. Am 20. August 1679 weihte der prager Hilfsbischof Jan Ignác Dlouhoveský den Hauptaltar und zwei Seitenaltäre ein.

In den Krypten unter der Kirche - in den klattauer Katakomben - begann man gleich nach der Beendung des Kirchenschiffes Verstorbene zu bestatten. Die ersten bedeutenden Beisetzungen erwähnt man im Jahre 1677, frühere Beisetzungen sind jedoch nicht ausgeschlossen.

1689 wurde der ganze Jesuitenkomplex durch einen von Franzosen gelegten Stadtbrand beschädigt, das Kollegium und das Seminar brannten nieder, die Flammen griffen das Kirchendach an, Türme, Altäre und Wände wurden durch den Qualm arg beschädigt, Fenster wurden vernichtet. Die Jesuiten schätzten den Schaden auf 20 000 Gulden. Sie waren jedoch fähig - auch dank der Gönnerhilfe - praktisch sofort Instandsetzungen anzufangen. Zu den wichtigsten Spendern gehörten damals František Graf Morzin, Maxmilian Graf Kolowrat, Graf Lamengen und auch die Städte Pilsen und Taus.

In den Jahren 1692 - 1693 erbauten die Jesuiten im Garten des Kollegiums ein Seminar.

Besonders die Kirchenbauarbeiten setzten auch am Anfang des 18. Jahrhunderts fort. Allmählich wurden Innenräume ausgestattet, es wurden Steinfliesen auf den Fußboden gelegt, Altäre wurden ergänzt, Dächer und Gewölbe wurden repariert, die Sakristei wurde ausgestattet, das ganze Gebäude wurde verputzt. Die vom Meister Jan Hiebel durchgeführten Kirchenkuppel und Altar gehören bis heute zu Höhepunkten des Barockillusionismus. Viele Altargemälde stammen von Malerwerkstätten der Meister I. Raab, F.X. Palek, J. Heinsch, J.P. Molitor.

1723 wurde das Gebäude des neuen Gymnasiums beendet. Wahrscheinlich in den Jahren 1729 - 1743 wurde die Gestaltung der Kirchenfront durchgeführt, die wohl mit Recht dem Künstler K.I. Dientzenhofer zugeschrieben wird. 1743 wurde die Kirchenfront mit vier Statuen geschmückt, die Ordensheilige der Jesuiten darstellen (Werk des Bildhauers J. Hanna aus Stříbro).

Nach der Auflösung des Jesuitenordens im Jahre 1773 fielen Kirche, Gymnasium und weitere Teile des Gebäudekomplexes der Stadt anheim, im Kollegium wurden Kassernen eingerichtet.

Bearbeitet von Václav Chroust nach:

  • Dr. Milada Vilímková, Jezuitský kostel Neposvrněného početí Panny Marie a svatého Ignáce z Loyoly
  • F. Vaněk a Dr. K. Hostaš, Soupis památek historických a uměleckých v Království Českém - díl VII, politický okres Klatovský
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